Chöre unter Corona

Corona bewegt und lähmt die ganze Welt!

Von den zahlreichen notwendigen Einschränkungen, die aus dem Bemühen um eine Eindämmung der Pandemie resultieren, sind wir alle stark betroffen. Abstandsregeln, Mund-Nasen-Bedeckungen, Kontakt- und Besuchsrestriktionen bestimmen unseren Alltag im privaten und im weiteren gesellschaftichen Raum. 

Es trifft uns natürlich auch als Chor. Einer der möglichen Infektionswege des Coronavirus, der Ansteckungsweg über Aerosole, gilt als besonders gefährlich für Chöre - gemeinschaftliches Singen bei der Begegnung vieler Menschen in geschlossenen Räumen könnten hier das Risiko einer Infektion erhöhen. Zudem liegt das Durchschnittsalter vieler Chöre nahe an der Altersgrenze für die sog. Risikogruppen. 

Es ist gut, dass es mittlerweile auch für diesen Bereich mehr Diskussionsbeiträge und Studien relevanter Institute gibt. Die Chorverbände sind bemüht, uns mit Informationen zu versorgen und sich um mehr Klarheit zu bemühen.

Völlige Sicherheit kann uns momentan jedoch niemand geben, das wissen wir alle.
Wann wir wieder unseren Probenalltag aufnehmen können, ob wir größere Konzerte planen können, welche Alternativen für das Chorleben denkbar sind, das alles ist im Moment nicht klar. 

Sobald es aber relevante Änderungen der aktuell einschränkenden Regelungen für Chöre geben sollte, werden wir hier darüber informieren! 

Aktuell - Stand: 22.05.2020

Staatssekretärin Petra Olschowski stellte die Wiederaufnahme des Probenbetriebes unter Einhaltung strenger Hygiene- und Sicherheitsstandards ab dem 01.Juni 2020 in Aussicht. Die Vereine müssen sich dazu individuell die Erlaubnis der Behörden vor Ort einholen.

Näheres dazu h i e r

Spezifische Informationen zum Singen und Musizieren während der Covid-19-Pandemie:

Badischer Chorverband

Risikoeinschätzung des Freiburger Instituts für Musikermedizin

Studie der Universität der Bundeswehr München

Beurteilung der Charité - Universitätsmedizin Berlin

Position der Stimmklink Hamburg zum Singen in Zeiten von Corona


Neuer Vorsitz im Sinfonischen Chor Konstanz

Am 3. März fand die 186. JHV des Sinfonischen Chores Konstanz statt. Johannes Pötter-Schmitt gab den Vorsitz an Dr. Hans-Joachim Knopf ab, der einstimmig zum neuen geschäftsführenden Vorsitzenden des Chores gewählt wurde.

Fast vollzählig versammelt waren die Mitglieder des Sinfonischen Chores auf der diesjährigen JHV.

Johannes Pötter-Schmitt, der geschäftsführende Vorsitzende, verwies im Jahresbericht auf ein erfreuliches Chorjahr 2019. Im Juli gab es das Konzert „Besuch unter Freunden“, gemeinsam aufgeführt mit dem Chor der Budapester St. Isztvan-Basilika, dessen Sängerinnen und Sänger zum 10. Mal bei dem Konstanzer Chor zu Gast waren. Und ein Glanzlicht war wieder das traditionelle große Novemberkonzert mit Bruckners Te Deum und der Messe D-moll in einer ausverkauften und übervollen Gebhardskirche. 


Nach Abhandlung der üblichen Regularien und erfolgten positiven Entlastungen des Vorstandes wurde geehrt, denn neben den vielen neuen und jungen Sängerinnen und Sängern gibt es im Sinfonischen Chor auch sehr viele Mitglieder, die schon jahre- bzw. jahrzehntelang dazugehören. Geehrt für 10, 15, 20, 35 Jahre Mitgliedschaft wurden 13 Sängerinnen und Sänger, sie durften sich über Wein und Blumen freuen. 60 Jahre Mitgliedschaft - das schaffen ncht viele, aber allen voran der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende im Sinfonischen Chor, Wolfgang Müller.-Fehrenbach. Für ihn gab es neben Wein und Blumen auch noch Ehrennadel und Urkunde des Deutschen Chorverbandes.

Vorweg galt aber der Dank Dr. Hans-Joachim Knopf: 13 Jahre hatte dieser die redaktionelle Verantwortung für die Chornachrichten, der regelmäßigen Publikation des Sinfonischen Chores, inne. Nun gab er diese ab an Birgit Westphal, Sängerin aus dem Sopran, ab. Er freute sich über Dank, lange Akklamation, Blumen und das Geschenk einer Weinprobe, über die ausnahmsweise nicht berichtet werden muss .. ;)

Foto (vlnr):     Hajo Knopf (Ehrung CN) - Florian Rothfuss, (Johannes Pötter Schmitt), Anette Fritz, Pius Höger (10 Jahre - Hermann Weiss n.a.) - Birgit Koch, (Johannes Pötter Schmitt), Ulrike Beeck, Uli Rieth, (15 Jahre - Claudia Zähringer n.a.) - Wolfgang Müller-Fehrenbach(Johannes Pötter Schmitt) (60 Jahre) - Karin Wortmann (35 Jahre) - Dagmar Bräunlinger, Christina Maßmann, Bertram Ganßer, Dorothee Voigt (20 Jahre) 

Auf dieser Jahreshauptversammlung verabschiedete sich Johannes Pötter-Schmitt nach vierjährigem Vorsitz von dieser Aufgabe; zu viele konkurrierende Verpflichtungen hätten ihn schließlich zu dieser Entscheidung geführt. Auch seinem Engagement galt mit langem Applaus der Versammlung der große Dank des Vorstandes. 

Für den neuen Vorsitz stellte sich nun Dr. Hans-Joachim Knopf zur Wahl. Ihn wählte die Versammlung einstimmig zum neuen geschäftsführenden Vorsitzenden. 

Wer ist Dr. Hans-Joachim Knopf?

Vor seiner Mitgliedschaft im Sinfonischen Chor Konstanz hat „Hajo“ schon immer gesungen - in seiner gymnasialen Oberstufe sogar als einziger Tenor. Die Verbundenheit zur Musik ließ ihn, u.a. Musikwissenschaft studieren, gleichzeitig spielte er in einer Rockband die Synthesizer - kein Widerspruch für ihn. Die Liebe zum Klavierspiel und zum Gesang war schon immer da, am Klavier improvisiert und komponiert er gerne, für ihn ist das Entspannung. V.a. die romantische Musik hat es ihm angetan, dazu gehört sein Lieblingskomponist Mendelssohn-Bartholdy. 

Der promovierte Politikwissenschaftler Knopf ist verheiratet, hat 4 Kinder und 2 Hunde und lebt mit seiner Familie in Konstanz. Er leitet an der Universität St. Gallen die Methodenschule, ist auch beruflich viel unterwegs - man ahnt es schon: er kennt keine Langeweile. Getreu seinem Motto „Wenn Du etwas tust, dann tue es richtig, oder lasse es ganz“ hat er jetzt nach 13 Jahren als verantwortlicher Redakteur der Chornachrichten (mit 4 jährlichen Ausgaben) diese Aufgabe abgegeben und freut sich auf eine neue Herausforderung als Geschäftsführender Vorsitzender des Sinfonischen Chors Konstanz.


Bei den weiteren Vorstandsneuwahlen wurden Birgit Koch (Finanzen), Anneruth Zwicker (Stellvertretende Vorsitzende), Birgit Steven-Lahno (Öffentlichkeitsarbeit) und Andrea Uwira (Organisation) im Amt bestätigt. Florian Rothfuss, bisheriger Schriftführer im Vorstand, gab diese Funktion -ebenfalls aus Kapazitätsgründen- ab an den dann auch einstimmig gewählten Martin Bretschneider.

Der neu zu wählende Beirat wurde fast vollzählig bestätigt; lediglich Birgit Westphal als neue verantwortliche Redakteurin der Chornachrichten ist dort neu vertreten.

Der Ausblick auf das  Chorjahr 2020 verspricht etwas mehr Entspannung: Im Frühjahr ist ein „Wandelkonzert“ auf der Insel Mainau in Vorbereitung. Am 10. Mai tritt der Chor an vier Stationen der Insel mit einem gemischten A-Cappella-Programm auf. Das Oratorium „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr steht dann als großes Konzert im November auf dem Programm. Ausnahmsweise wird dieses Konzert bereits am 8. November 2020 stattfinden, und auch nicht in der Gebhards-, sondern in der St. Stephanskirche in Konstanz. Wieder reger wird dann im Jahr 2021: geplant ist ein Konzert im Rahmen eines Besuches in Budapest. In Konstanz wird es wieder ein Sommerkonzert und im November die Aufführung von Verdis Requiem geben.



Musikalischer Spaziergang auf der Insel Mainau

Das Konzert muss wegen der Corona-Pandemie leider ausfallen!

Konzertvorschau 2020

 


Louis Spohr

8.11.2020 - 17 Uhr 
St. Stefanskirche Konstanz 

DIE LETZTEN DINGE  (WoO 61)

Sinfonischer Chor Konstanz
Südwestdeutsche Philharmonie

Wolfgang Mettler Leitung

  • Bitte beachten Sie, dass unser großes Novemberkonzert dieses Jahr ausnahmsweise schon am Sonntag, dem 8.11.2020 stattfindet und auch nicht, wie gewohnt, in der St. Gebhardskirche, sondern in der St. Stefanskirche Konstanz !


Bruckner liess die ausverkaufte Kirche erzittern - …

... mit der überwältigenden Klangfülle des gestrigen Konzertes, der Messe d-Moll und seinem Te Deum!

Energisch unterstützt vom Chorlieter und Dirigenten Wolfgang Mettler schickte Anton Bruckner die Chorsängerinnen und -Sänger in diesem Programm in die höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen!
Im Zusammenspiel mit den Musikerinnen und Musikern der Südwestdeutschen Philharmonie, Martin Weber an der Orgel, und den vier großartigen Solistinnen und Solisten - Carina Schmieger, Hanna Roos, Thorsten Büttner und Milcho Borovinov mit wunderschönen melodischen Passagen - ließ der Stimmenrausch mit der Orchesterfülle und Orgelklang wohl immer wieder die Wände der Gebhardskirche erzittern!

Dem Publikum in der ausverkauften und vollbesetzten Kirche hat es offenbar sehr gefallen!

Wir durften uns über den minutenlangen Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer freuen und danken allen Mitwirkenden, vor allem unserem Chorleiter Wolfgang  Mettler, über dieses wunderbare Konzert!


Klangpracht in der Gebhardskirche

Auszüge aus der SÜDKURIER-Rezension von Reinhard Müller über das Konzert am 17.11.2019:

Foto: Reinhard Müller

" ... Es war ein besonderer Reiz für den Sinfonischen Chor, zwei große Bruckner-Werke gegeneinander zu stellen, die immerhin zwanzig Jahren auseinander liegen: die erste, fast einstündige Messe in d-Moll und das halb so lange „Te Deum“"

"Alle Instrumental- und Vokalkunst lief in Wolfgang Mettlers befeuerndem, durchdachtem Dirigat zusammen: Er brachte hier seine schon seit seiner Jugend bestehende Affinität zu Bruckners Kirchenmusik zu Glanz und Reife, die zu großem Applaus aus übervoller Kirche führte."

Großes Lob für das Zusammenspiel der Südwestdeutschen Philharmonie und dem Chor:

"Choralartig kompakt das Blechvolu- men, glitzernd bewegt die Flöten- und Oboenmotive, strahlend volltönend der stets vitale Streichersatz, schließ- lich von hymnischer Macht die breit ausgespielten Fortissimo-Höhepunkte mit gewaltigen Crescendoflächen über elektrisierendem Pauken-Dauerwirbel: 
... Ein idealer Partner für einen Chor, der hinter aller Klangmacht absolut durch- strukturierte Feinarbeit zeigte: mächtig im Stimmvolumen, ausgewogen in den oft sechsstimmigen Partien, aufwüh- lend in der Dauerpräsenz nie gleichför- mig dahinlaufender Passagen, bewundernswert in Sopranhöhen bis zum extremen dreigestrichenen C, selbst in anstrengenden Piano-Lagen."

"Im „Te Deum“ von 1884 entfesselt Bruckner chorische Satzkunst zu schier überirdischem Glanz. Hier dominiert – im Gegensatz zur Messe – eingängige Melodik teils ganz schlichten Satzbaus („Te Deum laudamus“, „Salvum fac populum“, „In te, Domine, speravi“), die zusammen mit vibrierender Orchesterkraft im finalen „in aeternum“ eine nirgendwo anders erreichte C-Dur-Strahlwucht erreichte"

"Ein dreifach aus der engeren Heimat stammendes Vokalsolistenquartett aus- drucksvoller Stimmen kooperierte in den meist mit dem Chor verzahnten So- lopartien: Carina Schmieger gestaltete ihren lyrischen Sopran hell, voll anmu- tigem Schmelz; Hanna Roos fügte ei- nen in Mezzohöhe hinauf glänzenden Alt ein; Thorsten Büttner überzeugte in umfangreichen Solo-Teilen großartig mit ariosem Tenorschmelz, und Milcho Borovinov grundierte mit großvolumi- gem, schon an russische Bass-Schwärze gemahnendem Timbre."

Die vollständige Rezension von Reinhard Müller können Sie lesen in der Ausgabe des SÜDKURIER vom 19.11.2019, Seite 20


Stimmen von Konzertbesuchern

(Namen sind der Redaktion bekannt)

Wir freuen uns sehr über dieses positive Echo!

24.11.2019

"Gratulation aus Hawaii! Selbst hier konnten wir bereits am Sonntagabend den Artikel über eure grandiose Leistung lesen! ..." R.H.

19.11.2019

„ … möchten uns herzlichst für den furiosen Sonntagabend bedanken.Ein grandioses Konzert. Wunderbare Sänger, power Orchester, power Chor, power Dirigent! Mehr kann man nicht sagen ... Gratulation! Wir sind auch heute noch ganz erfüllt von den einzigartigen Klängen.“ E.H

„…innigen Dank für Deine Führung und Entfaltung in das romantische "Paradies Bruckner“!  A.G.

„Wir sind am Sonntag abend ganz beseelt und voller Glück heimgefahren, Ihr Konzert war wundervoll, Ihr Chor ist wirklich grandios, es war so schön! Ganz herzlichen Dank und weiter Ihnen allen viel Freude und Glück beim Proben und Planen neuer Konzerte!“ H.S-K.

„ … war begeistert von dem Konzert! (und Ihr mit klassischer Musik nicht eben vertrauter Mann auch)“  F.O.

18.11.2019

[...] An dieser Stelle möchte ich Ihnen sagen, wie sehr mir das Konzert gefallen hat“ N.E.

„ … es war ein tolles Konzert gestern - ich fand’s super!“  A.K.

„Einfach grandios! Herzlichen Dank für das unvergessliche Erlebnis!“  M.S.

„Herzlichen Glückwunsch zum tollen Konzert gestern. Ihr habt das hervorragend gemacht - alle zusammen - … Also weiter so und bis zum nächsten Mal!“ M.B.

„ Wolfgang, [...] Gratuliere zu deinem großen Erfolg! Der Chor hat wirklich toll gesungen und war grandios. Auch das Orchester hat unter deiner Leitung leidenschaftlich gespielt. …“  T.B.

„Lieber Wolfgsng, ich danke Dir und Deinem tollen Chor für dieses wunderbare Konzerterlebnis. [...] der Bruckner hat mich positiv überrascht (anfangs war ich der Musik gegenüber etwas kritisch)  und dazu haben Chor, Orchester und Du wesentlich dazu beigetragen."  H.R.

„ … Zum gestrigen Konzert kann man Dir und euch nur gratulieren! Der Sinfonische Chor ist gewaltig groß. Die vielen Schattierungen, Crescendi, Decrescendi usw. das war alles sehr gut einstudiert und gelungen,  und die Textverständlichkeit ausgezeichnet. Die Intervalle alleine schon im Kyrie sind nicht leicht zu nehmen. Die Tonhöhen in Sopran und Tenor teils mörderisch und enorm anstrengend. Aber die Wirkung ist halt umwerfend. Das Ende vom Gloria ist ungeheuer in die Höhe gesteigert, das ist euch besonders gut gelungen. Im Ende von Credo und Dona nobis hat der Herr Bruckner „das Leben in der kommenden Welt“ irgendwo in den Alpen vorausgesehen. Umgehauen hat mich der Einsatz der Orgel. Ein 32´lässt einen Gänsehaut bekommen – und wie! Das Te Deum ist ganz sicher eine der absoluten Top-Kompositionen in der gesamten Kirchenmusikgeschichte…“  T.H.





Anton Bruckner

17.11.2019 - 17 Uhr
St. Gebhardskirche Konstanz

Messe Nr. 1 d-Moll  (WAB 26)
TeDeum (WAB 45)

Sinfonischer Chor Konstanz
Südwestdeutsche Philharmonie

Solisten:

Carina Schmieger (Sopran)
Hanna Roos (Alt)
Thorsten Büttner (Tenor)
Milcho Borovinov (Bass)

Wolfgang Mettler Leitung

Kaum ein Kom­po­nist hat mit Blick auf Per­son und Werk­ so starke Mys­ti­fi­zie­run­gen erfahren wie An­ton Bruck­ner.
Bereits seine Zeitgenossen bemerkten eine Diskrepanz zwischen Bruckners absonderlich wirkenden Persönlichkeit und seiner erhabenen Musik. Anton Bruckner war das Gegenteil eines selbstbewußten Künstlers. Äußerlich von provinzieller Erscheinung, unbeholfen im Auftreten, mit skurril erscheinenden Vorlieben gab Bruckner oft Anlass zu Irritation und Spott. Was war das nur für ein rätselhafter Mensch? Seine unterwürfige Frömmigkeit stand im Kontrast zur mitunter erschreckenden Gewalt seiner Musik, die lange unverstanden blieb. Erst in seinen letzten Jahren erhielt er die Anerkennung für seine Arbeit, seine Werke wurden aufgeführt; auch gesellschaftlich hatte Anton Bruckner den Aufstieg geschafft. 
Kontrovers ist das Urteil über ihn bis heute. Unermüdlich sind die Versuche, den wahren Charakter dieses widersprüchlichen Menschen durch das Studium der erhaltenen Briefe, Notizen und Tagebücher zu ergründen. 

Vermacht hat er der Nachwelt geniale Musikschöpfungen. Seine Musik klingt feingliedrig und klar, dann wieder als großer, weiter Klangraum - manchmal profan und bodenständig, gleichzeitig majestätisch und nicht von dieser Welt. 

Bruckners kirchenmusikalisches Schaffen - vorwiegend handelt es sich um Messen und Motteten, die stilistisch noch ganz in der Tradition der Wiener Klassik stehen - liegt im Wesentlichen in der Zeit bis in die 1860iger Jahre.
Mit der Komposition der ersten seiner drei großen Messen, der d-Moll Messe, wagte Bruckner sich 1864 in größere Dimensionen. Diese Messe gilt als ein Schlüsselwerk seiner Musik, weil sie den Gesang mit der Farbigkeit und Intensität eines romantischen Sinfonieorchesters verbindet. Zum ersten Mal zeigte sich hier die Synthese aus der überkommenen Kirchenmusiktradition und dem neuen, sinfonisch geprägten Orchesterstil Bruckners: farbige Harmonik, die aus Klangrückungen ihre mystischen und erhabenen Wirkungen bezieht, blockhafter Wechsel von Klang, Bewegungsart und Lautstärke. Mit dieser Messe gelang Bruckner der Durchbruch. Die Aufführung war bei Kritikern und Publikum ein großer Erfolg. 

Nach 1868, in seiner Wiener Zeit, wandte Bruckner sich von der Kirchenmusik ab und hin zur Sinfonie, die er als die Königsgattung aller musikalischen Formen ansah. Seine 9 großen Sinfonien setzten Maßstäbe für die Sinfoniker des 20. Jahrhunderts.
1883 nahm Bruckner allerdings mit dem Te Deum nach langer Zeit wieder ein großes geistliches Werk in Angriff. Es zählt zum Spätwerk Bruckners und kann als Höhepunkt seiner geistlichen Musik angesehen werden. Nach der Uraufführung 1886 wurde das Werk international aufgeführt und überall gefeiert. Anton Bruckner selbst betrachtete das Te Deum als „den Stolz seines Lebens“.


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Ostern